Die letzte Woche war ich mal wieder in Roorkee und habe 6 Tage nur im Labor gehockt, um sämtliche Wasserproben zu untersuchen. Das war nicht die spannendste Aufgabe für mich, schließlich bin ich nicht gerade ein Chemiecrack. Aber im Endeffekt war es mal ganz cool zu lernen, wie man Wasser auf seine Bestandteile analysiert. Leider waren die Ergebnisse schrecklich. Die Grenzwerte werden teilweise gar nicht eingehalten und überschreiten des Öfteren den dreifachen zulässigen Wert.
Ich hoffe, dass wir mit unserem Bericht etwas in den Medien erreichen können. Aber so wie es mir erzählt wurde, ist den Politikern die momentane Situation bekannt. Was sollen da so kleine Dörfer gegen so eine korrupte Regierung nur tun?
Die Einwohner waren mal wieder voll dabei und erwiesen ihre Dankbarkeit dadurch, dass sie uns alle fünf Minuten zum Teetrinken überreden wollten.
Am Sonntag wurden wir von Herrn Kumar nach Haridwar eingeladen. Er arrangierte überraschender Weise ein Treffen in einer Schule. Die Direktorin empfing uns sehr herzlich und präsentierte ihre Schule. Sie hielt es für eine gute Gelegenheit, dass wir ein bisschen über Deutschland und unsere Kultur erzählen – eine sehr gute Idee. Als ich jedoch in der Aula vor hunderten Schülern reden sollte, war mir auf einmal ganz anders. Es kamen einige Schüler nach vorne und überreichten uns mehrere Blumensträuße - ich wurde behandelt, als hätte ich ihre Stadt gegründet. Der Anfang war natürlich schwer und wir waren beide aufgeregt. Aber nach dem wir ein wenig über die Arbeit und uns erzählt haben, wurde alles ganz locker. Die Schüler waren wirklich aufgeweckt und es wollten immer mehr Kids Fragen stellen. Sie wollten viel über die Arbeit und die Deutschen erfahren. Aber natürlich auch, wie ihr Land auf uns wirkt. „Was würdet ihr am liebsten mit nach Deutschland nehmen.“, teilweise auch absolut lustig: „Wieso seid ihr die besten Fußballer der Welt“. Oder geil war auch: „In der Wüste ist es immer so trocken, könnt ihr da nicht was machen?“ Nach 2 Stunden wurden wir von der Direktorin erlöst, obwohl die Kids noch nicht genug hatten. Leider kam das peinlichste noch zum Schluss - wir sollten noch was singen.
Insgesamt war es einfach ein richtig interessanter und lustiger Vormittag mit den Schülern und den Lehren. Vor allem war uns die Direktorin sehr dankbar. Als Abschiedsgeschenk bekamen wir ein Küchenset, bestehend aus Glasgeschirr - ich hab mich wirklich gefreut, aber wie krieg ich das nach Deutschland?
Ich bin auch Herrn Kumar für diesen genialen Einfall dankbar, damit konnten beide Seiten die Kultur etwas mehr kennen lernen.
Anschließen ging es in den Nationalpark, um vergebens Tiger und Elefanten zu sehen. Dafür gab’s ne coole Reise durch den indischen Dschungel und am liebsten wäre ich natürlich wieder selbst offroad gefahren.
Gestern sollte es nun endlich mit unserem Brunnen („Koop“) losgehen – und:
ES GING LOS!!!
Wirklich krass. Das Taxi kam pünktlich, es waren ein Bagger und genügend Arbeiter da und das Wichtigste natürlich, die Materialien wurden alle geliefert - prima Jungs, es geht doch. Nun haben wir zwei lange Tage bis zur Finsternis gearbeitet und wir sind schon mit dem Gröbsten fertig. Unglaublich, man quält sich schon über einen Monat mit diesem Projekt rum und dann läuft alles wie am Schnürchen. Bis nächste Woche werden wir den Koop dann noch untersuchen, ob auch unser Konzept zu einer Verbesserung geführt hat.
Ende nächster Woche werden wir uns verabschieden und die letzten zehn Tage noch mal entspannt Urlaub machen - die ganz Zeit noch mal Revue passieren lassen, bevor es wieder nach Deutschland geht.











